Ozon-Therapie in der Zahnarztpraxis

Die Ozon-Therapie kennen Sie vielleicht aus der alternativen Medizin, beispielsweise im Zusammenhang mit Eigenblut-Behandlungen. Derartige Therapien gelten als allgemein wissenschaftlich nicht anerkannt, da eine spezifische Heilwirkung wissenschaftlich bisher nicht bewiesen werden konnte. Wissenschaftlich bewiesen ist hingegen, dass Ozon eine keimabtötende und desinfizierende Wirkung hat.

Und genau diese Wirkung ist es, die sich nunmehr auch Zahnarztpraxen zu Nutze machen wollen. Mit speziellen Gerätschaften kann das desinfizierende und keimabtötende Gas – ein dreiatomiges Sauerstoff-Molekül – beispielsweise in der Karies-Prophylaxe, in der Parodontitis-, Periimplantitis- und Wurzelbehandlungen und sogar bei zahlreichen anderen entzündungs-bedingten Erkrankungen wie Aphthen oder Herpes eingesetzt werden. Und der Clou: Das Ganze funktioniert vollkommen schmerz- und nebenwirkungsfrei. Für die Behandlung bekommt der Patient ein spezielles Mundstück (Applikator) an Ober- und Unterkiefer eingesetzt. Er liegt auf dem Zahnfleisch, nicht aber direkt auf den Zähnen auf. So entsteht ein Hohlraum, der in sich geschlossen ist. Nun drückt eine Pumpe Luft durch den integrierten Ozongenerator und das so entstandene Ozon über das Mundstück direkt an den Ort des Geschehens: die Zähne und das Zahnfleisch. Das Gas umströmt innerhalb kurzer Zeit (fünf bis zehn Minuten) die gesamte Zahnreihe und wird dann direkt wieder abgesaugt. Da Ozon in der Lage ist, die Eiweiß-Strukturen der Bakterien zu zerbrechen, bedeutet diese Behandlung das unweigerliche Aus für die kleinen, unerwünschten Tierchen.

Da die ganze Prozedur im Unterdruck abläuft – das heißt, die Pumpe saugt schneller ab, als sie Gas zuführt – ist es ausgeschlossen, dass etwa Ozon in die Lunge gerät. Also gibt es wohl auch keine gesundheitlichen Bedenken. Außerdem neutralisieren die pfiffigen Geräte das abgesaugte Ozon und wandeln es wieder in normalen Sauerstoff um.

Da sich ja nun aber die Bakterien immer wieder neu ansiedeln, wäre eine einmalige Behandlung natürlich Quatsch. In der Kariesprophylaxe sollte die Behandlung beispielsweise im halbjährlichen Turnus wiederholt werden. Denn es ist bekannt, dass sich die Bakterienform, die für Karies verantwortlich schreibt, etwa ein halbes Jahr benötigt, um erneut den Zahnschmelz anzugreifen.

Fragen Sie doch Ihren Zahnarzt einmal nach der Ozontherapie. Vielleicht könnte dann auch Ihre nächste Kariesbehandlung schmerzfrei ausfallen.

(Meldung vom 07.04.2010)

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