Zahn-Zusatzversicherungen

Wenn auch Sie häufiger im Netz unterwegs sind, werden Sie momentan vielleicht auch ab und an Info-mails von Versicherungen in Ihrem Postfach finden, die Ihnen gerne eine Zahn-Zusatzversicherung verkaufen möchten. Dort ist dann die Rede von „optimaler Ergänzung zur Gesetzlichen“, „Leistungen für Kronen und Brücken“, „ohne Gesundheitsfragen“, „Leistungen vom ersten Tag an“ und „bereits ab 7,49 Euro monatlich“. Schauen wir doch mal, was sich hinter solchen Zusatzversicherungen verbirgt.

Die sogenannten ZahnZusatzversicherungen decken eigentlich sämtliche Leistungen des Zahnarztes (also auch nicht prothetische Leistungen wie Füllungen, kieferorthopädische Behandlungen oder prophylaktischen Maßnahmen) zu einem vertraglich vereinbarten Satz und nach Vorleistung Ihrer gesetzlichen Krankenkasse. Ein Eigenanteil verbleibt Ihnen in diesem Fall allerdings dennoch.

Der oben genannte Beitrag von 7,49 Euro pro Monat gilt für eine Basisversorgung mit Zahnersatz, Implantaten oder Brücken und für Menschen im Alter von 22 bis 65 Jahren. Die Zusatzversicherung zahlt Ihnen in diesem Fall noch einmal denselben Anteil, wie die Vorleistung Ihrer Gesetzlichen Krankenkasse ausgemacht hat.

Nicht-prothetische und kieferorthopädische Leistungen oder prophylaktischen Maßnahmen sind in diesem Vertrag von der Erstattung allerdings ausgenommen. Daher handelt es sich rein der Definition nach eigentlich um eine ZahnErsatzversicherung. Aber der Anschreibentext spricht ja auch ausschließlich von Brücken und Kronen.

Ganz nebenbei: In der Regel sind die wirklichen ZahnZusatzversicherungen schlichtweg wesentlich teurer. Wollen Sie also auch die nicht-prothetischen Leistungen abgedeckt bekommen, müssen Sie bestimmt mindestens 20 Euro pro Monat mehr einkalkulieren.

Toll ist, dass Sie bei dieser Versicherung bereits direkt nach Abschluss Leistungen in Anspruch nehmen können. Zudem werden Ihnen dem Tenor nach wohl auch keine lästigen Gesundheitsfragen gestellt. Eine gesunde Skepsis und entsprechendes Nachhaken zu diesem Thema sollten Sie vor Unterzeichnung unbedingt an den Tag legen.

Grundsätzlich also keine schlechte Sache, diese Zusatz- oder Ersatzversicherungen für die Zähne. Allerdings sollten Sie vor Vertrags-Unterzeichnung ganz genau wissen, welche Risiken Sie absichern möchten und ob diese dann auch tatsächlich der Gegenstand dieser Versicherung sind (!Kleingedrucktes!). Preisvergleiche lohnen bei der irrsinnig vielfältigen Zahl der Versicherer für derartige Zahnversicherungen in jedem Fall. Und: Fragen Sie doch einfach auch bei Ihrer Gesetzlichen Krankenkasse mal nach, ob sie nicht auch mit einer „Privaten“ zusammenarbeitet. Oftmals sind diese Gruppenverträge immens günstiger und auch die Abwicklung im Schadensfall ist etwas unkomplizierter, da sie automatisch von der Vorleistung der Gesetzlichen in die Zusatzleistung der Privaten rüberrutscht.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 31.03.2010)

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