Zahnersatz: Verschenken Sie keine Zuschüsse!

Kürzlich hat doch tatsächlich eine Unfrage unter Patienten ergeben, dass sagenhafte 57 Prozent das zahnärztliche Bonusheft nicht regelmäßig bestempeln lassen. Es kommt noch schlimmer: Grund hierfür ist, dass etwa 80 Prozent dieser Befragten nicht einmal wussten, dass sie ihren jährlichen Gang zum Zahnarzt überhaupt nachweisen müssen, um bei späteren prothetischen Versorgungen die gesetzlichen Zuschüsse überhaupt zu erhalten.

Ein Grund mehr für uns, an dieser Stelle noch einmal explizit auf die möglichen Zuschüsse einzugehen. Die Gesetzlichen Krankenkassen unterscheiden zwischen drei Bonusstufen: Bonus 0, Bonus 20 und Bonus 30.

- Bonus 0 bedeutet, dass Sie für die letzten fünf Jahre keinen lückenlosen Nachweis der Prophylaxe führen können. Ihre Gesetzliche Krankenkasse zahlt Ihnen im Fall einer medizinisch notwendigen prothetischen Versorgung (Brücken, Implantate, Kronen, Inlays, Prothesen) maximal einen Festkostenzuschuss von 50 Prozent der nicht privat berechneten Kosten.

- Bonus 20 bedeutet, dass Sie mindestens für die letzten fünf Jahre einen lückenlosen Nachweis über die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen nachweisen können. In diesem Fall zahlt Ihnen Ihre Krankenkasse immerhin schon 60 Prozent der prothetischen Leistungen.

- Bonus 30 das maximal erreichbare Ziel: Hierfür müssen Sie mindestens zehn lückenlose Prophylaxe-Jahre nachweisen können. Nur dann kommen Sie in den Genuss des Maximalzuschusses von 65 Prozent.

Sie sehen - das Bonusheft ist eigentlich bares Geld und sollte daher einmal im Jahr Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit verdient haben. Übrigens: Wenn Sie nun feststellen, dass Ihnen die lückenlosen Nachweise der letzten Jahre fehlen, muss das nicht unbedingt schon der Supergau sein. Allerdings sollten Sie Ihre Zahnärzte der letzten Jahre namentlich kennen. Ist es Ihnen möglich, die Praxis ausfindig zu machen, wird man Ihnen ganz bestimmt auch nachträglich noch die Stempel mit Behandlungsdaten nachtragen. Schlecht sieht es hingegen aus, wenn der alte Zahnarzt mittlerweile nicht mehr praktiziert. Da wäre lediglich noch eine Anfrage bei Ihrer Gesetzlichen Krankenkasse einen Versuch wert, die Behandlungsdaten der letzten Jahre nachvollziehen zu können. Ob das allerdings für den höheren Zuschuss ausreichend ist, liegt in der Entscheidung der Krankenkasse.

Also: Immer schön regelmäßig das Bonusheft abstempeln lassen – dann klappt das auch mit dem Zuschuss.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 29.03.2010)

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