Zahnfleisch-Korrekturen

Wussten Sie eigentlich, dass man auch Zahnfleisch operativ korrigieren kann? Und in den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht um eine rein kosmetisch erforderliche Operation. Eher geht es um das Aufhalten des Zahnfleisch-Rückganges infolge Entzündung, zu starkem oder zu wenigem Putzen, etc.

Das menschliche Zahnfleisch ist empfindlicher, als viele von uns glauben. Die Gründe, die unseren Zahnhalteapparat zum Rückgang bewegen, sind hierbei mannigfaltig:

  • Putzen mit zu harten Bürsten

  • weniges oder falsches (mit zu starkem Druck) Putzen

  • Lippen-, Zungen- oder Wangenbändchen setzen zu nah am Zahn an und ziehen das Zahnfleisch nach oben beziehungsweise nach unten

  • Rauchen begünstigt den Rückgang extrem

  • Nächtliches Zähne-Knirschen bedingt sogar, dass der Kieferknochen sich zurückzieht – und mit ihm dann auch das Zahnfleisch

  • Zahnfleisch-Entzündungen oder gar Parodontitis (früher Parodontose)

  • Zahnfehlstellungen.


All diese Dinge kann man abschaffen: Eine weiche Bürste muss in den Becher, der Druck beim Putzen muss kontrolliert werden und geputzt wird künftig eh mindestens zweimal täglich. Gegen das Rauchen gibt es zahlreiche Pflästerchen, Kaugummis und sonstige Therapiemöglichkeiten und fürs nächtliche Verarbeiten des Stresses und dem daran gekoppelten Zähneknirschen gibt es die vom Zahnarzt angepasste Knirscherschiene. Parodontitis bekämpft man am besten mit einer akribischen häuslichen Mundhygiene und der professionellen Unterstützung durch den Zahnarzt.

Helfen dennoch all diese Aktionen nichts oder ist generell das Zahn zu Zahnfleischverhältnis einfach nicht ästhetisch ansprechend, gibt es noch die Möglichkeit, Zahnfleisch zu implantieren. Im Fall eines entzündungsfreien Rückgangs des Zahnfleisches spricht der Zahnarzt übrigens von einer Rezession: Zahnhälse liegen frei oder hässliche Lücken zwischen den Zähnen entstehen. Je nachdem, wie stark der Rückgang des Zahnfleisches ist, hat der Zahnarzt verschiedene Möglichkeiten, eine Rezessionsabdeckung vorzunehmen.

Wenn Sie also schon länger nicht wirklich zufrieden mit Ihrem Zahnfleisch sind, fragen Sie doch beim nächsten Zahnarztbesuch einfach mal den Fachmann. Der berät Sie sicherlich gern.

Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 22.03.2010)

Weitere Meldungen der Zahnmedizin:
Parodontitis und Herzinfarkt: Derselbe Gen-Defekt?
Piercings oder das Leid der Zähne
Zahngesunde Schokolade
Diabetes und Zahnfleischentzündung
... und sie helfen doch gegen Karies - Mundspülungen
Pubertät und Karies – das gehört scheinbar zusammen
Neues von der Wurzelkanal-Behandlung!
Schwanger? Dann auf zum Zahnarzt!
Zahnarzt als Streetworker – Die neue Art von „Zahnfee“
Karies – Hintergründe und anschauliche Bilder