Diabetes und Zahnfleischentzündung

Gehören Sie zu den etwa acht Millionen Diabetikern in Deutschland? Oder haben Sie einen solchen „Süßen“ in Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis? Leiden Sie oder der Bekannte wohl möglich zusätzlich noch an einer Entzündung des Zahnfleisches? Dann sollten Sie weiterlesen.

Die Stoffwechselerkrankung Diabetes bedingt häufig zu hohe (Hyperglykämie) oder zu niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie). Daran gekoppelt waren früher zahlreiche Folgeschäden wie Mangeldurchblutungen der unteren Extremitäten, Schädigungen der Augen, der Nieren oder der Nerven. Mit den heutigen Möglichkeiten der engmaschigen Blutzucker-Kontrollen und dem medizinischen Wissen rund um diese Erkrankung, können die Folgeschäden relativ gut vermieden werden.

Leider ist es aber so, dass sich derartige chronischen Krankheiten häufig gegenseitig beeinflussen. Und so ist es eben auch mit einer akuten oder chronischen Zahnfleisch-Entzündung – Parodontitis (früher Parodontose) - und dem Diabetes.

Daher wird dem Risikopatient Diabetiker nicht nur ein perfektes Blutzucker-Management, sondern auch eine akribische Zahn- und Mundhygiene abverlangt. Nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer ist aufgrund dessen eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten – Patient, Arzt und Zahnarzt – ein absolutes Muss. Die Bundeszahnärztekammer nutzte den diesjährigen Weltdiabetestag am 14. November in Berlin, um zu dieser intensiven Zusammenarbeit aufzurufen.

Außerdem wird sie 2010 Kooperationspartner der Fachmesse „Diabetes 2010“ in Münster sein. Aus zahnmedizinischer Sicht stellen folgende Punkte das A und O der Zahn- und Mundhygiene für Diabetiker dar:

  • mindestens zweimal tägliche Zahnreinigung,

  • mindestens einmal täglich Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen,

  • regelmäßige Professionelle Zahnreinigung durch ausgebildetes Fachpersonal,
  • zahnärztliche Untersuchung mindestens zweimal jährlich.

Dass sich ein Diabetiker gesundheitsbewusst ernähren und Übergewicht sowie gesundheitsschädigende Dinge – wie zum Beispiel das Rauchen - möglichst vermeiden sollte, braucht eigentlich nicht extra erwähnt werden. Für eine gute Zusammenarbeit der Betroffenen ist es allerdings extrem wichtig, dass alle Behandler (Ärzte und Zahnärzte) nicht nur vom Diabetes, sondern auch von eventuellen anderen Erkrankungen – unter anderem der des Mundraumes - unterrichtet sind. Und diese Information kann in jedem Fall nur vom Patienten weitergegeben werden.

Also: Informieren Sie doch einfach mal Ihre Ärzte – dann kann Ihnen bestimmt um so besser geholfen werden.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 10.03.2010)

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