... und sie helfen doch gegen Karies - Mundspülungen

Bisher waren Mundspülungen zwar schon in vieler Munde, als Karies-Killer allerdings nicht die wirklichen Favoriten. Stets wurden sie erst nach der obligatorischen Zahnbürste mit fluoridhaltiger Zahnpasta, der Zahnseide oder den Interdentalbürstchen genannt. Die Stiftung Warentest hat nun aber neue Erkenntnisse gewonnen.

Stiftung Warentest nahm vor Kurzem 18 auf dem Markt befindliche Mundspülungen – darunter zwei sogar ausschließlich für Kinder - unter die Testlupe. Denn nach Auffassung der zahnärztlichen Fachwelt und der Test-Experten reicht das tägliche Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta allein nicht aus, vor Karies, Zahnfleischentzündungen und Zahnbelag zu schützen. Schließlich werden die engen Zahnzwischenräume von der Bürste kaum berührt. Das macht aber immerhin etwa 40 Prozent der Zahnoberfläche aus!

Und da der Mensch bekanntlich eher zur Gattung der „Zahnpflege-Faulen“ gehört, der Gebrauch von Zahnseide und Interdentalbürstchen daher nicht die Regel ist, kamen die wesentlich einfacher zu handhabenden Mundspülungen ins Testlabor.

Das Ergebnis: Geeignete Mundspülungen stellen eine gute Alternative zu Zahnseide und Interdentalbürstchen dar. Voraussetzung ist allerdings die gründliche sowie die regelmäßige Anwendung dieser flüssigen Helfer. Zehn der getesteten Produkte erhielten das Prädikat „gut“ oder sogar „sehr gut“. Streifen Sie doch bei Ihrem nächsten Drogeriebesuch mal durch die Regale. Vielleicht finden ja auch Sie Ihre flüssige Alternative zur Zahnseide?

Übrigens: Mundspülungen dürfen nicht mit Mundwässern verwechselt werden. Letztere werden normalerweise verdünnt genutzt und dienen meist ausschließlich dem guten Atem. Mundspülungen hingegen sollen die Plaque-Neubildung (Zahnbelag) verzögern und dadurch einen besseren Schutz gegen Karies und Parodontitis bieten.

Und: Kinder unter sechs Jahren sollten in keinem Fall Mundspülungen nutzen. Der regelmäßige Gebrauch der flüssigen Helfer sollte erst dann erfolgen, wenn die Kids zum Spülen auch in der Lage sind und nicht den größten Teil der Spülung hinunterschlucken.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 08.03.2010)

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