Pubertät und Karies – das gehört scheinbar zusammen

Zahnspange bei Kindern vermeidenKleine Kinder – kleine Sorgen, große Kinder – große Sorgen. Das sagt schon ein uraltes Sprichwort. Nun haben wir ja nicht unbedingt wirklich immer Sorgen mit unserem Nachwuchs. Wenn es allerdings in Richtung Pubertät geht, laufen – gottlob fast in allen Familie – die Dinge manchmal nicht mehr ganz so rund. Und zu diesen Dingen gehört – nach einem österreichischen Pilotprojekt aus 2009 – die Zahngesundheit der Pubertierenden.

Fastfood, Softdrinks, Schoko und Nikotin – das sind die Dinge, die den Zähnen vieler angehender Erwachsener extrem heftig zusetzen. Kommt noch eine absolut vernachlässigte Zahn- und Mundhygiene hinzu – leider nicht die Ausnahme – sind dem Karies Tür und Tor geöffnet.

Daher entschied man sich bereits letztes Jahr in Österreich zu einem Pilotprojekt Zahngesundheit, an dem Jugendliche und ihre 600 Schulen teilnahmen. Denn: Die Gesellschaft der Schulzahnärzte und –ärztinnen Österreichs ist sich sicher, dass beim Thema Zahngesundheit das Umfeld Schule eine extrem wichtige Rolle einnimmt.

Zu diesem sogenannten Zahnstatusbericht wurden die Zähne der Jugendlichen auf kariöse Schäden untersucht, Zahnfleisch und Bisslage wurden beurteilt. Außerdem mussten die Schüler und Schülerinnen Fragen zu ihrer aktuellen Zahnhygiene beantworten. Wurden Schäden festgestellt, gab es eine Benachrichtigung an die Eltern.

Und da sich gerade in der Altersklasse der bis 18-Jährigen immense Mängel ergaben, wird in Österreich auch in 2010 wieder ein Zahngesundheitsprojekt für Jugendliche stattfinden.

In Deutschland gibt es die schulzahnärztlichen Untersuchungen auch. Sie sind sogar in den jeweiligen Schulgesetzen der Länder geregelt. Wer sich diesen Untersuchungen entzieht, begeht sogar eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld rechnen. Da muss man sich ja auch nicht wundern, dass viele Eltern diese Art der Untersuchung nicht wirklich toll finden.

Wie wäre es denn, diesem „Kind“ auch in Deutschland einfach einen anderen Namen zu geben? Sicherlich wäre die Ablehnung der Elternschaft der indoktrinierten schulzahnärztlichen Untersuchung gegenüber längst nicht mehr so heftig. „Projekt zahngesund“, „Zahngesundheit für alle“, „Gesund im Mund“ oder wie auch immer.

Denn: Dass auch bei deutschen Jugendlichen sicherlich ein erhöhtes Karies-Risiko besteht, kann ganz bestimmt niemand in Frage stellen. Daher sollte dieses Thema positiv angegangen werden – Österreich zeigt Wirkung...


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 03.03.2010)

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