Neues von der Wurzelkanal-Behandlung!

Hatten Sie schon einmal das weniger große Vergnügen eine Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen zu müssen? Dann sollten Sie jetzt unbedingt weiterlesen. Denn: Eine neuartige Methode, die Wurzel der Zähne zu bearbeiten, soll nicht nur wesentlich schmerzärmer, sondern auch noch viel schonender zur gesunden Zahnsubstanz sein...

Bisher war das mit den Wurzelbehandlungen stets eine überaus aufwändige und manchmal auch knifflige Sache. Nach dem Entfernen des entzündeten Zahnwurzel-Inhaltes und Bekämpfung der bakteriellen Neubildung – in der Regel – durch Antibiotika-Einlagen, wurde der Zahn mit verschiedenste Materialien wieder befüllt (Füllmaterial, Befestigungszement, Wurzelstift, Kompositmaterial etc.).

Leider verbinden sich diese unterschiedlichen Materialien nicht immer optimal miteinander. Oft waren daher teure und für den Patienten meist weniger angenehme Nachbehandlungen erforderlich. Das Problem vom Ganzen: Das Füllungsmaterial für die Wurzeln muss nämlich gleich mehrere Voraussetzungen erfüllen. Einerseits muss es so dicht sein, dass Bakterien sich nicht „durchbeißen“ können und es erneut zu einer Entzündung im engen Wurzelkanal kommt. Andererseits muss es ausreichend stabil sein, um den Zahn fest im Kiefer und einer späteren Überkronung Stand zu halten. Es sollte allerdings auch wieder entfernbar sein – darf daher also außerdem nicht zu hart ausfallen.

Jetzt scheint es Wissenschaftlern des Fraunhofer-Institutes für Silicatforschung ISC in Würzburg und ihren Kollegen der Voco GmbH gelungen zu sein, einen Wirkstoff für alle Varianten einer Wurzelkanal-Behandlung zu entwickeln. Das Zauberwort lautet ormocer (Organical Modified Ceramics) – ein Glaskeramik Füllstoff mit einem organischen und einem anorganischen Netzwerk, der per Licht ausgehärtet wird. Für diesen neuen Stoff wurden verschiedene Nano- und Mikropartikel vermischt, die die oben genannten Voraussetzungen optimal erfüllen: Sie schrumpfen nicht beim Aushärten, schließen mit der Zahnhartsubstanz absolut dicht ab und sind im Röntgenbild dennoch wunderbar erkennbar.

Schauen wir mal, ob diese tollen neuen Wurzelfüllungen in der Praxis zeigen können, was sie alles (drin) drauf haben...


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 01.03.2010)

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