Zahnarzt als Streetworker – Die neue Art von „Zahnfee“

In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten wie diesen, geht es vielen Menschen lange nicht mehr so gut, wie noch vor ein paar Jahren. Extrem schlecht geht es allerdings den Menschen, die auch in besseren Zeiten bereits ganz unten waren. Und genau diesen Menschen soll die neue Initiative der sogenannten „Dental-Streetworker“ in Sachen Zahngesundheit nun für kleines oder gar kein Geld helfen.

In Leipzig gibt es seit Kurzem genau solch eine Praxis: Ehrenamtlich tätige Zahnärzte, Zahntechniker und Zahnärztliche Assistentinnen helfen den Menschen die oft nix zu essen haben und denen meist sogar die wichtigste Grundlage fürs Beißen fehlt – die Zähne. Da sie im Normalfall arm oder gar obdachlos sind, fehlt ihnen in der Regel auch die sichere Krankenversicherungskarte, die ihnen ja zumindest eine Regelversorgung des Gebisses sichern würde. Vom rein äußerlichen Erscheinungsbild dieser etwas anderen Patienten mal ganz abgesehen.

Uwe Hempel – der Initiator dieser ´Manufaktur für sozialen und ganzheitlichen Zahnersatz´ - ist nicht ohne Grund von seiner Idee überzeugt. Auch er war bereits einmal ziemlich weit unten und kann sich daher in seine etwas anderen Patienten sehr gut rein versetzen. Mit harter Arbeit in Russland verdiente er sich den finanziellen Grundstock zur Umsetzung seiner Idee. Mit Hilfe guter Freunde und der finanziellen Unterstützung durch die Leipziger Arbeitsagentur sowie einer Sparkasse gelang der Start.

Seine Patienten bekommt Hempel über den gemeinnützigen Verein „Zahnfee“ vermittelt. Der reguläre Betrieb der Praxis – alle arbeiten hier ehrenamtlich – wird durch Spenden aufrecht erhalten. Ganz nebenbei bildet Hempel momentan zwei Mädchen zu Zahntechnikerinnen aus. Und: Der von ihm gefertigte Zahnersatz braucht sich hinter der regulären Versorgung in keinem Fall verstecken.

Bleiben die Zeiten so hart, wird das Beispiel der Leipziger Zahn-Streetworker sicherlich auch in anderen Städten Schule machen. Wünschenswert wäre es in jedem Fall. Denn so hätten auch die auf der Straße lebenden Menschen endlich eine zahnärztliche Anlaufstelle, bei der man ihnen nur dahin schaut, wo es wichtig ist: In den Mund.



Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 24.02.2010)

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