Hört, hört: Mit den Zähnen hören – das geht demnächst

Leider gibt es in unserer schönen bunten – oft auch lauten - Welt ja nach wie vor sehr viele Menschen, die gehörlos auf die Welt gekommen oder im Laufe ihres Lebens zunehmend gehörlos geworden sind. Nun soll ausgerechnet mit Unterstützung der Zahnmedizin einigen dieser Menschen wieder zum Hören verholfen werden...?

Es ist nämlich so, dass einige schwerhörige oder gar gehörlose Menschen Geräusche wahrnehmen können, wenn diese Geräusche ihre Kieferknochen in Schwingungen versetzen. Da Knochen keine starren Massen sind, eignen sie sich durch ihre jeweiligen speziellen Innenräume ganz hervorragend als Resonanzkörper. Dieses Wissen hatten übrigens schon unsere Vor-Vorfahren und scheinbar auch Entwickler von speziellen Kopfhörern (Thanko EMP-708Lite Voina), die sich eben dieser Technik schon seit Längerem bedienen.

Vor einiger Zeit entwickelte aufgrund dieser Kenntnisse eine amerikanische Firma eine entsprechende Gerätschaft, die einseitig Gehörlosen oder Schwerhörigen wieder zum Hören verhelfen soll. Hierfür wird in das taube Ohr ein winzig kleines Mikrofon montiert. Dieses kann Geräusche wahrnehmen und leitet die entsprechenden Schallschwingungen per Kabel an einen Zahn weiter. Dieser Zahn ist mit dem Kabel so umwickelt, dass dadurch Vibrationen im Kieferknochen entstehen. Und genau diese Vibrationen können im Innenohr – ganz einfach durch die Nähe zum Kieferknochen - wahrgenommen und dann vom Gehirn verarbeitet werden.

Momentan laufen in den USA die ersten Tests. Es wird damit gerechnet, dass noch in diesem Jahr die ersten Geräte den nicht hörenden Menschen wieder zum Hören verhelfen können.

Der Redaktion ist allerdings bisher nicht bekannt, ob die Umwicklung des Zahnes dann tatsächlich von einem Zahnarzt ausgeführt werden wird, oder ob da doch eher der Hals-Nasen-Ohrenarzt zum Einsatz kommt. Wir berichten, sobald sich etwas Neues ergibt. .


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 12.02.2010)

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