Fluoride für Kinderzähne – Wie viel braucht eine Kinderzahnpasta?

Fluoride sind ja ein sehr umstrittenes Thema. Da es allerdings für den optimalen Schutz des Zahnschmelzes bisher keine wirklichen Alternativen gibt, kommen sie uns in Form von Zahnpasta mindestens zweimal täglich (hoffentlich!) auf die Bürste. Gerade unsere Kleinen benötigen darob des wesentlich weicheren Zahnschmelzes der Milchzähne einen besonderen Schutz. Doch wie hoch sollte die Fluoridmenge in Kinderzahnpasten denn nun sein? Lassen Sie uns schauen, welche Erkenntnisse die Fachwelt gezogen hat:

Wieder einmal haben sich die forschenden Fachleute (hier Wissenschaftler der Manchester School of Dentistry in England) eingehend dem Thema Kinderzahnpasta und Fluoridgehalt zugewendet.

Und das sind die Erkenntnisse:

  • eine Kinderzahnpasta für Kinder über sechs Jahre sollte einen Mindest-Fluorid-Gehalt von 1000 ppm (=part per million) – das sind 1000 Milligramm pro Kilogramm Zahnpasta – enthalten
  • eine Kinderzahnpasta für Kinder bis sechs Jahren sollte etwa 500 ppm Fluorid enthalten
  • liegt die Fluoridmenge der Pasten für die sechs- bis achtjährigen unter diesen 1000 ppm, ist der prophylaktische Nutzen deutlich reduziert
  • Zahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 440 und 550 ppm wirken nach Auffassung der Wissenschaftler genau so wenig, wie ein Produkt gänzlich ohne Fluoride
  • Zahnpasten mit einem zu hohen Fluoridgehalt (also deutlich über 1000 ppm) können bei Kindern im Alter von fünf bis sechs Jahren zu weißen oder braunen Verfärbungen des Zahnschmelzes führen (dentale Fluorose).

Altersgerechte Zahnpasten für Sechs- bis Achtjährige finden Sie in den Drogerien übrigens in der Rubrik „Junior-Zahnpasta“ – nicht unter den „Kinderzahncremes“. Denn Kinderzahncremes sind ausschließlich für Kinder bis zum Schulbeginn gedacht. Sie haben meist lediglich einen Fluoridgehalt um die 500 ppm.

Da der Zahnschmelz der Kinder im Alter von sechs bis acht Jahren extrem empfindlich ist, raten auch die Fachleute der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege für diese Altersgruppe zu einer Paste mit mindestens 1000 ppm Fluorid.

Die Angaben zum Fluoridgehalt können Sie stets der Tubenrückseite entnehmen. Übrigens: Gute Zahnpasten weisen nicht nur den Fluoridgehalt aus, sondern geben auch den sogenannten RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion) an, der auf die abschmirgelnde Wirkung der Putzkörper hinweist. Dieser sollte zwischen 35 und 50 liegen.

Und wenn Sie zu guter letzt auch noch eine gute Zahnpasta für Erwachsene suchen, greifen Sie zu einer mit mindestens 1500 ppm Fluorid. Sie können sich aber auch ganz entspannt vorab im Netz www.zahnpastainfo.de auf die Suche begeben.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: Fotolia

(Meldung vom 09.02.2010)

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