Zahnpasten unter der Lupe

Die tägliche doppelte Dosis (morgens und abends) Zahnpasta gehört in unser europäisches Leben, wie dem Amerikaner sein Burger oder dem Mexikaner seine Taccos. Daher lohnt immer mal wieder ein Blick auf das Kleingedruckte, wenn Sie vor den prall gefüllten Regalen im Drogeriemarkt stehen. Die Masse an Tuben-Produkte für unsere Zähne macht die Entscheidung für die eine oder andere Paste leider nicht unbedingt leichter.

Die tägliche Mund- und Zahnhygiene ist von der Mehrzahl der Menschen ein fester Bestandteil im Tagesablauf. Dabei „schrubbt“ der eine mehr – der andere eher weniger. Und da dies auch der Zahnpasta-Industrie nicht unbekannt ist, hat sie sich in der Zusammenstellung ihrer Pasten an den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Kunden orientiert.

Schauen wir also einmal auf die sogenannte Abrasivität (hier: Abrieb des gesunden Zahnschmelzes) von Zahnpasten. Unumstritten dürfte sein, dass zur guten Zahn- und Mundpflege eine Zahnpasta gehört. Natürlich lassen sich die Zähne auch allein mit Zahnbürste und Wasser reinigen. Allerdings wird dann auf die - nicht unbedingt an den Haaren herbeigezogenen - Inhaltsstoffe der Zahnpasta, zu denen unter anderem die sogenannten Schleifkörper gehören, verzichtet. Denn gerade diese Schleifkörperchen erhöhen die Effizienz der Reinigung. Allerdings kann es neben unterstützenden reinigenden Wirkung auch zur nicht erwünschten Abrasion des gesunden Zahnschmelzes kommen.

Die Abrasivität von Zahnpasten wird in dem sogenannten RDA-Wert (Radioactive Dentine Abrasion) angezeigt. Dabei bedeutet ein hoher RDA-Wert eine hohe Abrasivität. Grundsätzlich sollte eine Zahnpasta einen RDA-Wert unter 50 haben, damit es zu keiner großen Abrasion kommt. Andererseits wäre ein RDA-Wert von mehr als 35 wünschenswert, damit die Reinigung ausreichend ausfällt.

Denn:

  • Durch eine starke Abrasion können freiliegende Zahnhälse und keilförmige Defekte im Zahnschmelz entstehen.
  • Hohe Abrasivitäten können bei Amalgamfüllungen zu einer stärkeren Freisetzung von Quecksilber führen.
  • Durch den Genuss saurer Lebensmitteln, wie beispielsweise Fruchtsäfte oder Obst, wird der Zahnschmelz vorübergehend „weicher“. Fehlt dem Schmelz ausreichend Zeit zur Remineralisierung, ist bei zu frühem Zähneputzen eine erhöhte Abrasion zu erwarten.
Leider ist es nach wie vor so, dass die Suche nach dem RDA-Wert auf den meisten Zahnpasta-Tuben ins Leere läuft. Selbst die zahlreich auf dem Markt vorhandenen Zahnpasten für das eh wesentlich weichere Milchzahn-Gebiss verweigern in der Regel diese immens wichtige Angabe. Sollten Sie zum RDA-Wert fachlichen Rat benötigen, wenden Sie sich am besten an Ihren Zahnarzt – der kann Ihnen da garantiert weiterhelfen.


Locello Redaktion, Antje Allne; Foto: Fotolia

(Meldung vom 29.01.2010)

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