„No sports“ wäre häufig das beste Motto für die Zähne

Aber mal ehrlich: Wer möchte schon gern auf den Adrenalin-Kick beim Boxen, beim Karate, beim Motocross oder sonstigen waghalsigen, dennoch um so mehr Spaß bringenden Sportarten verzichten? Fatal ist allerdings, dass allein in den USA jährlich mehr als fünf Millionen Zähne bei derartigen sportlichen Aktivitäten ausgeschlagen werden. Also: Her mit dem professionellen Mundschutz. Denn: Der gehört schon lange nicht mehr nur in den Boxermund.

Aufgrund der immens hohen Zahl der ausgeschlagenen Zähne gibt es auch in Deutschland mittlerweile für einige Sportarten eine Mundschutzpflicht. Leider ist es – wie mit vielen Dingen - nicht so, dass Mundschutz gleich Mundschutz ist: Für unterschiedliche Belastungen und Arten von Schlägen, die auf den Mund einwirken, stehen entsprechend unterschiedliche Mundschutz-Varianten zur Verfügung.

Ein konfektionierter Mundschutz ist günstig und nahezu überall (Apotheke, Internet) erhältlich. Leider liegt er lose im Mund und kann seine Schutzfunktion nur erfüllen, wenn fest mit den Zähnen zugebissen wird. Entsprechend hoch ist aber auch das Risiko des Verschluckens. Und da er nur in gemittelten Größen (konfektioniert eben) erhältlich ist, kann es leicht zu Scheuerstellen im Mund kommen.

Der individualisierte Mundschutz (auch boil & bite-Mundschutz genannt), ist ebenfalls günstig und im Fachhandel erhältlich. Er wird in heißes Wasser gelegt und dann mit kräftigem Biss an die Zähne/den Kiefer angepasst. Leider sitzt er dennoch meist relativ locker im Mund und bietet okklusal (auf die Kaufläche eines Zahnes bezogen) zu geringen Schutz. Eigentlich dient er vor allem der Schlagabsorption – kann aber im ungünstigen Fall die Auswirkungen eines Schlages auch noch verstärken.

Ein laborgefertigter, individualisierter Mundschutz hat hingegen einen perfekten Sitz, verteilt die auftreffenden Kräfte wunderbar und bietet – je nach Ausführung – eine optimale Schlagabsorption. Aber auch in diesem Fall sollte geschaut werden, mit welcher Art von Schlägen zu rechnen ist. Die einschichtige Variante bietet nur geringen Schutz für die Zahnkanten (inzisal). Ein mehrschichtiger Schutz kann also von Nöten sein. Für ganz heikle Sportarten muss vielleicht sogar das Luxusmodell – der laminierte Schutz – angeschafft werden. Ihnen fällt die Entscheidung schwer? Fragen Sie doch einfach einmal Ihren Zahnarzt. Der kann Sie in Sachen Mundschutz perfekt beraten. Lohnen wird es sich in jedem Fall, sollten Sie eine der zahngefährdenden Sportarten betreiben. Denn: Nach der American Dental Association werden durch das Tragen eines Mundschutzes in den USA jährlich mehr als 200.000 Verletzungen im Mundbereich verhindert.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto: fotolia

(Meldung vom 27.01.2010)

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