Weg mit der Praxisgebühr

Seit nunmehr fast sechs Jahren zahlen alle gesetzlich Versicherten die fällige Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro für Arzt-, Psychotherapeuten- oder Zahnarzt-Besuche pro Quartal. Zunächst sorgte diese Gebühr für heftige Debatten: Sei es der Patient, der sich fragte, wofür er sie zahlen soll oder die Praxis, die in ihr lediglich einen weiteren Verwaltungsaufwand sah. Mittlerweile ist es ruhig geworden um diese Gebühr.

Ursächlich eingesetzt wurden die quartalsmäßig (ab dem 18. Lebensjahr) zu zahlenden 10 Euro, um dem „Arzt-hopping“ entgegenzuwirken. Die Versicherten sollten in ihrer Eigenverantwortung gestärkt werden, nicht bei jedem kleinen Schrämmchen direkt den Arzt aufzusuchen. Auch sollte der direkte Weg des Patienten zum Facharzt unterbunden, das Hausarztmodell gestärkt werden. Das heißt, der Patient konsultiert zunächst seinen Hausarzt, der ihn anschließend gegebenenfalls an einen Facharzt weiterleitet. Klar – und den Krankenkassen kam das Ganze dann auch noch zugute. Nach der Verrechnung mit den Honoraren der Ärzte/Zahnärzte/Psychotherapeuten, geht der Rest ins Krankenkassen-Säckel.

Jetzt fordert der Vorsitzende des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung – Dr. Fedderwitz – die Abschaffung der Gebühr zumindest für den Bereich der zahnmedizinischen Versorgung. In diesem Bereich war und ist ein „dentist hopping“ absolut nicht vorhanden. Haben Patienten einmal „ihren“ Zahnarzt gefunden, bleiben sie in der Regel auch bei ihm. Außerdem werden die Bemühungen zur Verhinderung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten enorm behindert. Denn für sozial Schwache stellen die zu zahlenden 10 Euro eine echte Barriere für regelmäßige Kontrolluntersuchungen dar. Fedderwitz stellt in Frage, ob eine Subventionierung der Krankenkassen auf Kosten der Zahngesundheit der richtige Weg in eine zahngesunde Zukunft ist. Bleibt abzuwarten, was in Zeiten leerer Kranken-Kassen aus derartigen Forderungen wird. Das Motto: „Weg mit der Gebühr – auf die Tür!“ wäre in jedem Fall im Bereich der Zahnmedizin ein erstrebenswertes Ziel.


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto:pixelio

(Meldung vom 06.01.2010)

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