Erkrankungen der Mundhöhle

Das kennen Sie sicherlich alle: Kleinkinder nehmen zunächst einmal alles in den Mund, was nicht niet- und nagelfest ist – medizinisch spricht man von der „oralen Phase“. Leider gehören zu den Objekten der Begierde auch häufig Sachen, die nicht immer ganz sauber sind. Entsprechend häufig kommt es immer mal wieder zu Problemen im Mundraum.

Auch ohne das „in den Mund nehmen“ von Dingen, die da nicht reingehören, treten manchmal Beschwerden auf, die wir Ihnen einmal auflisten möchten:

- Aphthen oder „offene Stellen“ sind meist kleine runde, scharf begrenzte und gerötete Pickelchen, die ab und an auch weißlich belegt sein können. Die Ursache der stecknadel- bis linsengroßen Aphthen ist nicht bekannt. Leider sind sie oft überaus schmerzhaft und erschweren ggf. sogar das Kauen und Schlucken. In der Regel heilen sie nach zehn bis 14 Tagen ohne Behandlung ab. Bei extrem vielen und vielleicht recht großen Aphten kann es zusätzlich zur Schwellung der Halslymphknoten sowie starkem Mundgeruch kommen. Linderung können desinfizierende, schmerzstillende Salben (zum Beispiel Dynexan) bringen. Auch homöopathische Mittel wie Borax, Acidum hydrofluoricum oder Mercurius corrosivus können helfen.

- Rhagaden oder Schrunden sind spaltförmige Einrisse der Mundwinkelhaut und weißfleckige Ekzeme. Sie entstehen vor allem bei übermäßiger Beanspruchung (Dehnung) in Verbindung mit dauernder Vernässung. Vor allem in längeren Kältephasen oder in der Zeit des Zahndurchbruchs sind viele Kinder betroffen. Vor allem das Einreiben der Lippen mit Vaseline hilft.

- Soor ist ein – meist – harmloser Besiedler von Haut und Schleimhäuten. Er wird durch die Pilzart Candida albicans verursacht. Oft weisen Neugeborene in den ersten zwei Lebenswochen diesen weiß-gelblichen, flächigen und mehrere Millimeter dicken Belag im Mund auf. Er ist nicht nur leicht abwischbar, er weicht beim Säugling bereits nach kurzer Zeit der „normalen“ Besiedelung der Mundhöhle. Eine Behandlung ist nur in Ausnahmefällen erforderlich.

Zahlreiche Kinderkrankheiten haben Begleiterscheinungen, die sich auch im Mund – meist unangenehm - bemerkbar machen:

- Masern: ein bis zwei Millimeter große, weißliche Flecken mit roter Umrandung in der Wangenschleimhaut auf Höhe der 6er Zähne.

- Mumps: ein roter und geschwollener Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse etwa auf der Höhe der 6er Zähne; klarer Speichel.

- Röteln: Rötung im hinteren Gaumenbereich

- Scharlach: Hals- und Schluckbeschwerden ähnlich einer Angina; Zunge anfangs weiß, am dritten bis vierten Tag himbeer- oder erdbeerfarben (Himbeerzunge) und geschwollen; Rachen gerötet; eventuell auch eitrige Mandeln.

- Windpocken: schmerzhafte Bläschen in der gesamten Mundhöhle; Rötung

- Pfeiffer´sches Drüsenfieber: Halsschmerzen, Angina mit weißen belägen; kleine rote Flecken am Gaumen

- Lippenherpes: kleine, schmerzhafte und „spannende“ Schleimhautflecken

- Hand-Fuß-Mund-Erkrankung: Bläschen an der Wangenschleimhaut


Locello Redaktion, Antje Allner; Foto:fotolia

(Meldung vom 04.01.2010)

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