Kieferorthopädie einmal aus einem etwas anderen Blickwinkel

"Ebenmäßige, gerade Zähne sind aus unserer gestylten Welt der Äußerlichkeiten kaum noch wegzudenken. Es ist aber nicht nur die Ästhetik, die bei den Zähnen zählt: Vielmehr sollte das Augenmerk auf eine „kaugesunde“ Verzahnung gelegt werden. Fachleute sprechen bei Zahn- und Kieferfehlstellungen mittlerweile sogar von einer Zivilisationskrankheit. Etwa 80 Prozent der Fehlstellungen gelten mittlerweile als erworben – sind also nicht angeborener oder ererbter Natur. Gut also, dass es inzwischen zahlreiche, ausgeklügelte Behandlungs-Varianten zur Korrektur etwaiger Fehlstellungen gibt. Ein Grund mehr, diese einmal etwas genauer zu betrachten. Denn Zahnspange ist nicht gleich Zahnspange. Seit geraumer Zeit verdrängen festsitzende Spangen – die sogenannten Bracket-Spangen – die früher üblichen herausnehmbaren Zahnspangen. Dabei haben Letztere - auch ihre Weiterentwicklung ist nämlich nicht stehen geblieben – den festsitzenden Spangen einiges voraus: Sie sind nach wie vor Kassenleistung und daher sowohl aus Kosten- als auch aus Nebenkosten-Sicht um einiges günstiger. Außerdem bergen sie weniger Risiken und sind zudem noch wesentlich leichter zu pflegen. Primär gelten falsche Bisslagen als medizinisch korrekturbedürftig. Sie werden am besten in der Wachstumsphase mittels Zahnspangen korrigiert, die das Kieferwachstum beeinflussen. Engstände von Zähnen sind fast immer korrekturbedürftig: Auch bei korrekter Bisslage stellen sie nämlich ein Hygiene-Hindernis dar. Die schwer zu reinigenden Schmutznischen bei den zu eng stehenden Zähnen, öffnen der Karies Tür und Tor. Diesen Engständen könnte bereits im Kleinkindalter durch kau-intensive Kost etwas entgegengewirkt werden. Eltern sollten zudem darauf achten, dass ihre Kinder nicht dauerhaft durch den Mund atmen. Hierbei liegt die Zunge nämlich im Unterkiefer. Dem Oberkiefer fehlt dadurch der erforderliche Wachstumsreiz und er bleibt schlichtweg zu klein. Nach Auffassung zahlreicher Kieferorthopäden werden diese medizinisch sinnvollen Korrekturen allerdings vielfach zu spät eingeleitet. Würde bereits im frühen Kindesalter – in der Phase des Wechsels der Schneidezähne nämlich - mit konfektionierten Trainern oder Dehnplatten (also den herausnehmbaren Zahnspangen) das Kieferwachstum angeregt, könnten zahlreiche langwierige und vor allem kostspielige kieferorthopädische Behandlungen mit Bracket-Spangen entfallen. Denn: Zu dieser Zeit sind die heranwachsenden Kiefer noch wesentlich flexibler. Die bei späteren Behandlungen auftretenden Schmerzen fallen daher viel geringer aus. Außerdem sind die Kinder in diesem Alter auch noch viel williger, die Zahnspange regelmäßig zu tragen. Fragen Sie doch Ihren Zahnarzt bei der nächsten Routine-Kontrolle einmal, was er zu diesem Thema meint. Sicherlich kann er Ihnen auch einen guten Kieferorthopäden in der Nähe empfehlen, den Sie dann ebenfalls frühzeitig konsultieren können. Oder informieren Sie sich unter www.zwanglose-zahnspangen.de zunächst einmal im Netz. Übrigens bedürfen Lückenstände aus rein medizinischer Sicht keiner Korrektur. Aber mal ehrlich: Wer möchte denn in der heutigen Zeit noch mit einer Hexenzahnlücke durchs Leben gehen? Und noch ein Wort zu den ausgeklügelten Behandlungs-Varianten: Für Zahnkorrekturen bei Erwachsenen gibt es mittlerweile eine umfangreiche Auswahl an handwerklich oder automatisch gefertigten Korrekturschienen."

(Meldung vom 08.12.2009)

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