Wenn Bakterien auf Bakterien treffen

In regelmäßigen Abständen teilt die WHO (World Health Organisation) der Weltbevölkerung mit, dass Karies die weltweit häufigste Zahnerkrankung ist. Millionen von Zahnärzten geben alles, durch Aufklärung, Prophylaxe, Putztrainings, und vielen anderen Dingen mehr, dieser „Zahnseuche Nummer eins“ stets und ständig den Kampf anzusagen. In den Köpfen der meisten Menschen der sogenannten „entwickelten Welt“ gehört die ausgiebige Zahnpflege inzwischen zum zweimal täglich stattfindenden Standartprogramm. Dennoch: Wirkliche Besserung weltweit scheint nicht in Sicht, oder doch? Es scheint zumindest ein ziemlich starker Silberstreif am Horizont zu sein, der sich mit den Produkten Pro-t-action der BASF SE Ludwigshafen in Kooperation mit der OranoBalance GmbH Berlin am Anti-Karies-Himmel abzeichnet. Gemeinsam haben die beiden Firmen probiotische Produkte auf der Grundlage von Milchsäurebakterien (Lactobacillus) entwickelt, die mit ihren „guten“ Bakterien unsere Mund- und/oder Darmflora wieder so richtig in Schwung bringen sollen. Das „gute“ Bakterium in der Zahnpasta wurde schlichtweg Lactobacillus anti-caries (Lactobacillus paracasei) genannt. Es ist in der Lage, die Karies verursachenden Bakterien – Streptococcus mutans an vorderster Front – nicht nur zu erkennen, sondern auch noch ganz wunderbar mit ihm eine Verbindung einzugehen, beziehungsweise einfach mit ihm zu verklumpen. Der so entstandene „Bollen“ kann dann ganz einfach mit dem Speichel geschluckt oder beim Zähneputzen ausgespült werden. Die „schlechten“ Bakterien können ihr Zerstörungswerk in jedem Fall nicht mehr fortsetzen. Gemäß der Herstellerangaben zeigt der Wirkstoff schon nach zehn bis fünfzehn Sekunden seine Wirkung und ist daher geradezu prädestiniert für Zahnpflegeprodukte jeglicher Art. Pro-t-action soll geruchs- und geschmacksneutral sowie pH-neutral sein und könnte daher als Beigabe in Zahnpasta, Mundspülungen oder auch Bonbons und Kaugummis sowie anderen Körperpflegeprodukten problemlos eingesetzt werden. Warten wir ab, welche Ergebnisse die ganz sicher folgenden Anwendertests bringen werden und welche Pro-t-action-Produkte wir demnächst in den Regalen der Drogerien finden werden.

(Meldung vom 06.11.2009)

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