Weich oder hart – das ist immer wieder die Bürstenfrage

Das kennen Sie sicherlich: Sie stehen vor dem Zahnbürsten-Regal im Drogeriemarkt Ihres Vertrauens und werden darob der Vielfalt an Zahnbürsten schier erschlagen. Da gibt es gleich- oder unterschiedlich lange Borsten, bunte oder nur weiße Borsten, gerade oder seltsam verdrehte Stiele, solche mit Anti-Rutsch-Zone und solche ohne. Hat man sich letztendlich für ein Modell entscheiden können, steht die eigentlich wichtigste Entscheidung noch aus: Wähle ich die weiche, die harte oder doch lieber die mittelweiche Borsten-Variante? Klar ist, dass harte Borsten dem Belag – vor allem natürlich den hartnäckigeren Plaques – besser zu Leibe rücken, als die weichen Ausgaben. Somit sind sie für Patienten mit viel Belägen entsprechend besser geeignet. Allerdings können diese harten Ausführungen – in der Regel durch heftiges Schrubben gekoppelt mit einer falschen Putztechnik - auch leichter zu kleinen Verletzungen des Zahnfleisches führen. Diese regelmäßigen Verletzungen wiegen in den Augen der meisten Zahnärzte schwerer, als ein bisschen Restbelag. Patienten, die hin und wieder Verletzungen am Zahnfleisch haben, sollten daher eher auf eine weiche Bürste zurückgreifen. Aber sie sollten dann auch wissen, dass die Reinigungskraft der weichen Borsten geringer ausfällt und daher sorgfältiger geputzt werden sollte. Jetzt denken Sie bestimmt: O.k. – dann gehe ich halt den Weg des geringsten Wiederstandes und wähle einfach die mittlere Borsten-Ausführung. Diese Wahl ist bestimmt für viele Patienten nicht die schlechteste. Aber optimal ist sie bestimmt auch nicht. Vielleicht gönnen Sie sich beim nächsten Kauf einer neuen Putzhilfe einfach mal ein wenig mehr Zeit. Probieren Sie von der Bürste Ihrer Wahl dann doch einfach mal alle drei Varianten aus. Denn: Erst was man selbst einmal in Mund und Hand hatte, kann man sicher beurteilen. Oder fragen Sie beim nächsten Zahnarztbesuch einfach mal den Fachmann zum Thema Zahnbürste. Vielleicht hat er und sein Prophylaxeteam ja sogar Test-Exemplare, die er Ihnen zur Verfügung stellen kann. Ihr Behandler wird Sie in diesem Bereich zwar sehr gut beraten können. Ihre individuellen Bedürfnisse kann und will er bestimmt auch nicht für Sie festlegen.

(Meldung vom 23.10.2009)

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