Wurzelkanal-Behandlung ohne Schmerzen?

Nach einer repräsentativen Umfrage lässt keine andere zahnärztliche Behandlung Patienten so sehr die Schweissperlen der Angst auf die Stirn treten, wie eine Wurzelkanal-Behandlung. Ein unangenehmer Eingriff ist es ja allemal. Die geneigte Fachwelt der Zahnärzte ist sich allerdings ganz sicher, dass er nicht unbedingt schmerzhaft sein muss. Schauen wir doch mal dem Endodontologen genauer auf die Finger. Die Endodontologie oder Endodontie ist ein Teilbereich der Zahnmedizin, der sich mit dem Innern der Zähne befasst (aus dem Griechischen für Endodontologie = „das sich im Zahn befindende“). Eine Behandlung des Wurzelkanals wird immer dann erforderlich, wenn eine Entzündung bis zum Zahnnerv vorgedrungen ist und – leider, leider – in der Regel heftige Schmerzen auslöst. Meist ist diese Entzündung durch Karies bedingt, könnte aber beispielsweise auch durch einen Sturz ausgelöst worden sein. Das A und O einer schmerzfreien Wurzelbehandlung liegt nach gängiger Meinung der Fachleute in der effektiven Betäubung des Behandlungsgebietes. Und dies ist – einige Spezialfälle einmal außen vor gelassen – auch jederzeit sehr gut möglich. Soweit so gut – eine mentale Tortour ist und bleibt es, hat man einmal eine solche Behandlung hinter sich bringen müssen. Dennoch hilft vor allem eine gute Information über die Abläufe, um etwas Entspannung zu bringen. So ist es beispielsweise nur zum Teil richtig, dass bei einer Wurzelkanalbehandlung der Nerv gezogen wird. Neben dem Nerv befinden sich nämlich im Innern des Zahnes auch noch Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäße, die ebenfalls von den Bakterien befallen sein könnten. Das Ziel der Behandlung ist in jedem Fall die Entfernung des gesamten entzündeten Gewebes mit anschließendem Auffüllen und Verschluss der entstandenen Hohlräume. Da die Wurzelkanäle allerdings sehr eng sind, ist die Behandlung eine zeitaufwändige und technisch schwierige Prozedur, die meist nur in mehreren Sitzungen zur Zufriedenheit aller erfolgen kann. Auch die Haltbarkeit des Zahnes wird durch die Wurzelkanalbehandlung normaler Weise nicht verkürzt. Durch die mangelnde Versorgung mit Nährstoffen kann es lediglich zu nicht unbedingt schönen Verfärbungen des betroffenen Zahnes kommen. Und leider ist der Verlust an Zahnsubstanz oft so groß, dass man um eine anschließende Versorgung mit einer Krone nicht herum kommt. Aber dann ist das Verfärben ja – Dank Überkronung – eh kein Thema mehr. Fakt ist in jedem Fall: Wird die Wurzelkanalbehandlung von einem Fachmann – also dem Endodontologen – durchgeführt, liegt die Erfolgsquote bei nahezu 90 Prozent (deutschlandweit liegt diese Quote gerade mal bei 45 bis 55 Prozent, wird sie durch einen „normalen“ Zahnarzt ausgeführt!). Sollte in naher Zukunft also bei Ihnen eine Wurzelbehandlung erforderlich sein, fragen Sie doch Ihren Zahnarzt einmal nach einem Fachmann für derartige Eingriffe. Dann können Sie fast sicher sein, dass die „Tortour“ Wurzelkanalbehandlung schon nur noch halb so schlimm sein wird. Schließlich gehen Sie mit einer defekten Heizung ja auch nicht zum Schornsteinfeger, sondern wenden sich an einen Heizungsfachmann, oder?

(Meldung vom 09.10.2009)

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