Zahnfleisch-Rückgang? Da kann Ihnen geholfen werden

"Trotz akribischer und zahnfleisch-schonender Zahnpflege, dem nächtlichen Tragen einer Knirscherschiene für die Stressgeplagten und einer gesunden Lebensführung kann es immer wieder mal zu einem nicht-entzündlichen Rückgang des Zahnfleisches kommen. Die Gründe liegen manchmal in der falschen Putztechnik, darin dass man leider doch nicht vom ungesunden Glimmstengel lassen kann oder einfach in der Anatomie. Gottlob gibt es mittlerweile Möglichkeiten, dem unaufhaltsamen Rückzug des Zahnfleisches (medizinisch: Gingivarezession) und dem damit drohenden Verlust gesunder Zähne Einhalt zu gebieten. Zahnärzte teilen den unentzündlichen Rückgang des Zahnfleisches – also nicht die entzündliche Variante, die Sie als Parodontitis (früher Parodontose) kennen, in vier Klassen (nach Miller) ein:

  • Klasse eins = Rückgang nicht bis zur Mukogingivallinie*; kein Gewebe- oder Knochenverlust
  • Klasse zwei = Rückgang bis zur Mukogingivallinie; kein Gewebe- oder Knochenverlust
  • Klasse drei = Rückgang bis zur Mukogingivallinie; Gewebe- oder Knochenverlust mit Zahnfehlstellung
  • Klasse vier = Rückgang bis zur Mukogingivallinie; Gewebe- oder Knochenverlust mit schwerer Zahnfehlstellung.
* die Mukogingivallinie ist die Grenzlinie zwischen dem Zahnfleisch und der verschieblichen Mundschleimhaut Bei den Klassen eins und zwei besteht aufgrund freiliegender und häufig gelblich-bräunlich verfärbter Zahnhälse nur ein ästhetisches Problem; eine medizinische Behandlungsbedürftigkeit liegt nicht vor. Bei den beiden folgenden Einstufungen kann mit zunehmender Zeit die freiliegende Zahnwurzel geschädigt werden. In diesem Fall droht zunächst das „Umfallen“ des Zahnes – die Zahnfehlstellung - später gar der Totalverlust. Doch bevor es dazu kommt, wird Ihr Zahnarzt Sie sicherlich über die chirurgischen Möglichkeiten per Transplantation von körpereigenem Bindegewebe oder über eine sogenannte Zahnfleisch-Epithese (eine silikonartige, temporäre und herausnehmbare „Zahnfleisch-Prothese“ vor allem für den Frontzahnbereich) informieren. Ist eine Transplantation von Gewebe – eine sogenannten Rezessionsabdeckung – erforderlich, wird entweder ausreichend vorhandenes Gewebe quasi „gedehnt“ und fixiert oder – bei Mangel an ausreichendem Fleisch vor Ort – Gewebe aus dem Gaumenbereich entnommen und an die Stelle des fehlenden Zahnfleisches verpflanzt. Zugegebener Maßen keine wirklich schöne Behandlung, da mit Spritzen, langen Sitzungen und Schmerzen verbunden. Zum einen sind aber die Schmerzen nicht dauerhaft, zum anderen: was tut man nicht alles, um sich seine Zähne möglichst lange zu erhalten?"

(Meldung vom 02.10.2009)

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