Cranberries – ein neuer Helfer für Zahnfleisch und Zähne?

Seinen guten Namen hat sich die tolle, dunkelrote Moosbeere – auch als Cranberry bekannt - bei uns mittlerweile bereits im Bereich der gesunden Harnblase der Frauen gemacht. Doch der rote Winzling aus Nordamerika scheint nach neuesten Erkenntnissen noch viel mehr zu können. Im Kampf gegen die – vor allem in den feucht-kalten Jahreszeiten – stark verbreiteten bakteriellen Harnwegsinfekte der weiblichen Spezies wird die Wunderbeere mit leckerem, frischen Geschmack bereits seit geraumer Zeit erfolgreich eingesetzt. Die Inhaltsstoffe der Frucht machen es den ungeliebten Bakterien nahezu unmöglich, sich auf den Schleimhäuten im Harnblasen-Bereich häuslich nieder zu lassen. Hierbei scheinen die sekundären Pflanzenstoffe* Proanthocyanidine eine tragende Rolle zu spielen. Zwar siedeln im Fall der Harnblase nach wie vor zahlreiche Bakterien an, können sich aber aufgrund der pflanzlichen Abwehrstoffe nicht einnisten und vermehren und ihr Entzündungswerk somit nicht vollenden. Erstaunlicher Weise gilt dies wohl vor allem auch für sogenannte resistente Keime, gegen die herkömmliche Antibiotika mittlerweile nichts mehr bewirken können. Aufgrund dieser Erkenntnisse gehen die Fachleute davon aus, dass die Cranberry auch in der Mundhöhle – Schleimhäute aller Orten – Bakterien im Schach halten und damit Karies, Zahnfleischerkrankungen und Geschwüren vorbeugen könnte. Bereits 2005 berichtete das Fachblatt „Caries Research“ von einem noch unbekannten Inhaltsstoff der Cranberry, der sich wie eine Teflonschicht über die Zähne legt und dadurch Bakterien keine Chance lässt, ihr Zerstörungswerk Karies zu beginnen. Demnach könnte die Moosbeere demnächst auch in Zahnpasta oder Mundwasser als Schutzmittel vor Bakterien fungieren. Bis dahin kann man ab und an ja mal von den leckeren Beeren naschen. Aber Achtung: Die meisten im Handel erhältlichen Cranberry-Produkte sind leider nicht nur geschwefelt, sondern meist auch noch zusätzlich mit Zucker versetzt. Achten Sie beim Einkauf möglichst auf Zuckerfreiheit – denn der bedingt ja nun mal vermehrt Karies. Zur Vorbeugung oder Behandlung bakterieller Harnwegsinfekte ist der Verzehr der Frucht allein meist nicht ausreichend. Hier sollte es schon ein medizinisches Produkt mit entsprechender Konzentration der Inhaltsstoffe (zum Beispiel Cranberry-Kapseln oder ein Cranberry-Presssaft) sein. * sekundäre Pflanzenstoffe werden von Pflanzen produziert, um unbeliebte Besucher wie Pilze oder Bakterien abzuwehren oder gar Tiere von dem Verzehr abzuhalten

(Meldung vom 30.09.2009)

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