Ratgeber Zahngesundheit

Zahn-Implantate

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Ein Implantat ist ein künstlicher Körperteil, das für ein fehlendes oder defektes Gewebe oder Organ eingesetzt wird. Im Gegensatz zum Transplantat, welches aus lebendem Material ist.

Seit vielen Jahren werden in der Zahnmedizin Zahn- oder Kieferimplantate eingesetzt. Nach der Sanierung der noch verbleibenden Zähne wird der Kieferknochen für die Aufnahme des Implantates vorbereitet. Die Implantation kann sofort, nach ca. 4-wöchiger Ausheilungszeit oder erst nach ca. 5 Monaten erfolgen. Die Befestigung von Zahnersatz am Implantat erfolgt meistens erst nach ca. 5 Monaten, wenn das Implantat ausreichend eingeheilt ist. Sofortbelastungen sind aber auch möglich.

Das größte Problem der Implantationsbehandlung liegt in der Infektion. Da es sich in aller Regel um eine halboffene Implantation handelt (das Implantat ist nicht vollständig von körpereigenem Gewebe umschlossen), können Bakterien aus der Mundhöhle am Implantatsstift entlang ins Zahnfleisch wandern. Das Zahnfleisch kann mit dem Implantat nicht fest verwachsen, wie mit der eigenen Zahnwurzel, auch dadurch steigt das Infektionsrisiko.

Auf folgende Kriterien muss bei einer Implantatsbehandlung geachtet werden:

  • Voraussetzung für das Gelingen einer Implantation ist eine äußerst gründliche Mundhygiene
  • Es müssen ausreichend gesunde und stabile Kieferknochen vorhanden sein
  • Einige schwere Grunderkrankungen und die Einnahme verschiedener Medikamente schließen eine Implantation aus
  • Bei Mädchen kann die Implantation wegen des Wachstums erst ab 15 Jahren und bei Jungen erst ab 18 Jahren erfolgen

Mittlerweile werden die Erfolge mit bis zu 90 % angegeben, dies bezieht sich auf eine 5-Jahres-Überlebensdauer. Um einen Implantationserfolg nicht zu gefährden, müssen regelmäßige Kontrollen stattfinden, um frühzeitig Veränderungen, entstandene Zahnfleischtaschen und Entzündungen zu behandeln.

Mit diesen Kosten ist zu rechnen:
Die Kosten belaufen sich je nach Material zwischen 900 und 1300 € pro Implantat ohne den Zahnersatz und zusätzliche chirurgische Behandlung. Wie viel die Krankenkasse erstattet sollte unbedingt vorher abgeklärt werden.

Es werden verschiedene Implantate angeboten:
  • Schraubenimplantate (einschrauben in ein gefrästes Loch)
  • Zylinder- oder Hohlimplantate (Eintreiben mittels eines Hammers)
  • Blattimplantate (seltener, da viel Knochenmaterial verloren geht)
  • Nadel- und Stiftimplantate (kommen nur noch selten zum Einsatz)

Folgende Vor- und Nachteile sind bekannt:

Vorteile:
  • kein Beschleifen von gesunden Nachbarzähnen
  • fest sitzender Zahnersatz
  • sicheres und kräftiges Abbeißen
  • mittlerweile hohe Erfolgsquote
  • kann für die Befestigung von Brücken verwendet werden
  • optimale Lösung für junge Patienten

Nachteile:
  • hohes Entzündungsrisiko
  • nicht jeder Patient ist geeignet
  • hohe Kosten
  • operativer Eingriff
  • bei Verlust schlechtere Voraussetzungen für anderen Zahnersatz

Die Implantate werden aus Titan und verschiedenen Keramikarte hergestellt.

Misserfolge bei Implantaten beruhen meist auf:
  • Entzündungen
  • Freiliegen des Implantatkörpers mit erheblichen Schmerzen
  • schlechte Knochenqualität
  • nicht korrektes Einbringen
  • schlechte Nachsorge
  • Nikotinabusus
  • Rauchen, das Risiko eines Verlustes des Implantates erhöht sich um das 10-fache.